Das Gült- und Zinsbuch beinhaltet die Abgabenliste von Zellingen für den Zeitraum von 1552 - 1564. Die einzelnen Jahre, in denen eine Person Abgaben zu leisten hatte, wurden links neben dem Namen mit den Buchstaben e-r vermerkt, wobei jeder Buchstabe einem Jahr zugeordnet war, beginnend mit e für 1552.
Bei den großgeschriebenen Namen handelt es sich um die Namen von 1552. Wenn der Besitzer wechselte, wurde er durchgestrichen oder unterstrichen, und der Nachfolger hinzugefügt.

Hier ein Beispiel von der Seite 52/2:

e,f,g,h,i,k,l,m,n,o,p,q,r           Martin vom Berg
                                           Hans Eygelman  Saueracker
                                           Item 4 ß von einem Garten uff der Horb.


Martin vom Berg war der erste Besitzer 1552, der Garten ging dann erst an Hans Eygelman über und später an Hans Saueracker.

Für die Ahnenforschung ist das von Interesse, da bei gleichem Nachnamen das Grundstück mit großer Wahrscheinlichkeit vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde.

Beim Gefälleregister von 1479 handelt es sich um die älteste Abgabeliste von Zellingen im Staatsarchiv Wertheim.
Abgaben wurden entweder in Pfennig (d), Schilling (ß), Florin, Gulden (f, fl), Pfund () oder in Naturalien wie Korn, Hafer, Fastnachts-, Michels-, Martinshühner geleistet. Pfund und Schilling waren keine Münzen, sondern ein reines Zählmaß.
Meist lagen den Büchern auch Umrechnungstabellen bei, um beispielsweise den Wert der jeweiligen Hühner zu bestimmen.

Hier ein Beispiel von Seite 17/2:

Contz Hagen geit 1 ₰, 1 Michelshun von 1 Garten bey Goßwisen und ist gewesen Hans Waltmans


Das bedeutet: Konrad Hagen gibt für einen Garten in der Gassenwiese 1 Pfennig und 1 Michelshun.

Interessant ist auch, dass häufig der ehemalige Besitzer aufgeführt ist, hier Hans Waltmann.