Das Gült- und Zinsbuch beinhaltet die Abgabenliste von Zellingen für den Zeitraum von 1482 - 1505. Die einzelnen Jahre, in denen eine Person Abgaben zu leisten hatte, wurden links neben dem Namen mit den Buchstaben a-z vermerkt, wobei jeder Buchstabe einem Jahr zugeordnet war, beginnend mit a für 1482.
Wenn der Besitzer wechselte, wurde er durchgestrichen und der Nachfolger hinzugefügt. Durch die Durchstreichungen sind leider nicht mehr alle Namen zu entziffern.

Hier ein Beispiel von Seite 41/1:

Wilhem Kotzner
Cuntz Köler
Contz Hacker
Idem dat 12 ₰ von eynem Garten uff der Horbe fuit Hannsen Stauden. Anstosser unden daran Heintz Schwopp.

Erklärung:
Der Garten auf der Horb gehörte ehemals (fuit) Hannsen Stauden, dieser ging dann an Contz Hacker, dann an Cuntz Köler und später an Wilhelm Kotzner über.
Bei den Grundtücken wurden auch die Nachbarn (Anstosser) angegeben, hier Heintz Schwopp (Schwab).

Auf insgesamt 33 Seiten konnte ich mehr als 250 verschiedene Personen entziffern. Einige der Familiennamen lassen sich auch noch 400 Jahre später im Bürgerbuch von Zellingen aus dem Jahr 1875 finden.

Hier die ältesten Familiennamen aus Zellingen: Bauer, Beck, Gehrsitz, Haas, Hofmann, Kötzner, Müller, Pfister, Schwab, Walk, Weiglein, Ziegler.

Folgende Personen werden im Gült- und Zinsbuch genannt:

Im Gült- und Zinsbuch von 1529 wurden die Abgaben von insgesamt 34 verschiedenen Dörfern verzeichnet. Auf der ersten Seite des Gült- und Zinsbuches wurde vermerkt, dass das Buch für den Zeitraum von 1529 -1545 Verwendung gefunden hat. Im hinteren Teil des Buches befinden sich noch Nachtragungen bis zum Jahr 1568, die sich aber alle nicht auf Zellingen beziehen. Dörfer in unmittelbarer Nähe zu Zellingen, die ebenfalls aufgeführt wurden, sind Leinach, Birkenfeld und Urspringen.


Die einzelnen Jahre, in denen eine Person Abgaben zu leisten hatte, wurden links neben dem Namen mit den Buchstaben von a-l vermerkt, wobei jeder Buchstabe einem Jahr zugeordnet war, beginnend mit a für 1529.
Bei den großgeschriebenen Namen handelt es sich um die Namen von 1529. Wenn der Besitzer wechselte, wurde er durchgestrichen oder unterstrichen, und der Nachfolger hinzugefügt.

Abgaben wurden entweder in Pfennig (d), Schilling (ß), Schilling Pfennig (ß₰), Florin, Gulden (f, fl), Pfund () oder in Naturalien wie Korn, Hafer, Fastnachts-, Michels-, Martinshühner geleistet. Pfund und  Schilling waren keine Münzen, sondern ein reines Zählmaß.

 

Hier ein Beispiel von Seite 75/2 (die Seiten im Buch wurde so nummeriert, dass die Vorderseite und Rückseite jeweils eine Nummer bekamen. Bei der Seite 75/2 handelt es sich um die Rückseite der Seite 75):

abcdefghikl        Sigmundt Kotzner
                         
Petter Klempper
                         Cuntz Faulhaber

                        Item 12 ₰, 2 pull. carnisp. von einer Hofret, fuit Peter Rückers.

Erklärung:
Bei dem fettgedruckten Namen handelt es sich um den Besitzer von 1529. Wenn der Besitzer wechselte, wurde er durchgestrichen oder unterstrichen, und der Nachfolger hinzugefügt.
Peter Rückers war der ehemalige Eigentümer der Hofrait (Haus mit Nebengebäuden), ab 1529 besitzt die Hofrait Sigmundt Kotzner, diese ging dann an Petter Klempper und danach an Cuntz Faulhaber über.
In späteren Gült- und Zinsbüchern wurde der Standort der Häuser genauer benannt.

Beim Gefälleregister von 1479 handelt es sich um die älteste Abgabeliste von Zellingen im Staatsarchiv Wertheim.
Abgaben wurden entweder in Pfennig (d), Schilling (ß), Florin, Gulden (f, fl), Pfund () oder in Naturalien wie Korn, Hafer, Fastnachts-, Michels-, Martinshühner geleistet. Pfund und Schilling waren keine Münzen, sondern ein reines Zählmaß.
Meist lagen den Büchern auch Umrechnungstabellen bei, um beispielsweise den Wert der jeweiligen Hühner zu bestimmen.

Hier ein Beispiel von Seite 17/2:

Contz Hagen geit 1 ₰, 1 Michelshun von 1 Garten bey Goßwisen und ist gewesen Hans Waltmans


Das bedeutet: Konrad Hagen gibt für einen Garten in der Gassenwiese 1 Pfennig und 1 Michelshun.

Interessant ist auch, dass häufig der ehemalige Besitzer aufgeführt ist, hier Hans Waltmann.

Das Gült- und Zinsbuch beinhaltet die Abgabenliste von Zellingen für den Zeitraum von 1552 - 1564. Die einzelnen Jahre, in denen eine Person Abgaben zu leisten hatte, wurden links neben dem Namen mit den Buchstaben e-r vermerkt, wobei jeder Buchstabe einem Jahr zugeordnet war, beginnend mit e für 1552.
Bei den fettgedruckten Namen handelt es sich um die Namen von 1552. Wenn der Besitzer wechselte, wurde er durchgestrichen oder unterstrichen, und der Nachfolger hinzugefügt.

Hier ein Beispiel von der Seite 52/2:

e,f,g,h,i,k,l,m,n,o,p,q,r           Martin vom Berg
                                           Hans Eygelman  Saueracker
                                           Item 4 ß von einem Garten uff der Horb.


Martin vom Berg war der erste Besitzer 1552, der Garten ging dann erst an Hans Eygelman über und später an Hans Saueracker.

Für die Ahnenforschung ist das von Interesse, da bei gleichem Nachnamen das Grundstück mit großer Wahrscheinlichkeit vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde.